6 Wochen im Camper durch die USA: Mit Kind? Na sicher! Praktische Tipps für die Urlaubszeit

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Gastbeitrag: Annett Theml, Mama von Elli

Als mich Junika fragte, ob ich nicht Lust hätte mal einen Gastbeitrag für den Blog zu verfassen, dachte ich erst an wilde Rhabarberküchlein oder lustiges Hefegebäck dass den Kleinen schmeckt und Freude macht. Aber jetzt, wo ich vor dem Rechner sitze, denke ich, dass hoffentlich doch bald der Sommer kommt und die meisten vielleicht noch den Urlaub vor der Tür stehen haben. Wir durften gerade mit unserer zu dem Zeitpunkt 23 Monate alten Tochter eine 6 wöchiger Camper Tour durch die USA erleben und genießen. Deswegen möchte ich Euch heute lieber ein paar praktische Tipps mitgeben, bevor es mit dem Flieger oder dem Auto in die Sonne bzw. die Ferne geht.

Vor der Reise<

  • Gesundheit: Holt Euch beim Kinderarzt eine Reiseapotheke. Unserer hat uns ganz toll beraten und sich dafür sogar fast 1 h Zeit genommen. Danach bin ich mit einer langen Liste in die Apotheke. Braucht man das wirklich alles? Nein, überleg wo Du hinfährst und was Dir ggf. Angst macht. Allergische Reaktionen, hohes Fieber, Brechdurchfall… Wir hatten inkl. Antibiotikum bestimmt 8 verschiedene Medikamente dabei und das war gut so.

    Essen: Für den Flieger, das Auto, die Bahn, nehmt genügend Snacks und auch was zum Trinken mit. Babynahrung darf man durch die Security (inkl. Fläschchen) mitnehmen, also nur keine Scheu. Mürbteigkekse halten sich gute 2-3 Wochen in einer Dose (nicht in einen Plastiksack, dann werden sie weich und ranzig). Sind die Kids unter 2 Jahre und haben keinen eigenen Sitzplatz, kriegt ihr auch nichts zu essen für sie (außer vl Hipp Gläschen). Sandwiches mit Frischkäse oder herzhafte und süße Muffins, Apfelschnitze, Knusperstangen etc. eignen sich gut als Reiseproviant und verkürzen die Reisezeit.

  • Kleidung: Unbedingt mind. 2 Garnituren Wechselklamotten ins Reisegepäck und am besten auch ein neues T-Shirt für die Mama J.Los geht’s
  • Im Flieger: Familien mit Kids werden fast bei allen Airlines mit Vorrang behandelt. Fragt am Gate nach, ob ihr eher einsteigen könnt. Für Kinderwagen gibt es ein ‚ToGate Delivery‘, das heißt ihr könnt den Kinderwagen bis zum Gate mitnehmen und kriegt ihn (im Normalfall) auch direkt wieder am Ankunftsgate ausgehändigt. Sitzplatzreservierungen gehen mit Kind (am Schoß) nicht online, anrufen und schauen dass ihr einen Kinderfreundlichen Platz kriegt. Bei Flügen ab 3 oder 4 Stunden gibt es die Möglichkeit für ein Babybay. Ein kleines Bettchen das vor Euch aufgehängt werden kann, fragt nach so einem Sitzplatz beim Reservieren. TOLL nicht nur für’s Nickerchen!
    Ich hatte großen Respekt vor der langen Strecke (12h) und habe ihr Handgepäck mit kleinen Spielen, Malsachen, Bastelpapier und Büchern, jeweils in Geschenkpapier verpackt, befüllt. Eine super Ablenkung, wenn es doch mal öde wird oder man erkundet zusammen ein bisschen den Flieger. Sind Eure Kinder noch jünger, ist der Flug im Normalfall übrigens noch entspannter. Da hat die Maus fast immer geschlafen oder gestillt.

  • ACHTUNG: Die Kleinen beherrschen den Druckausgleich noch nicht. Gebt Ihnen sowohl bei Start und Landung entweder was zum Trinken, oder was zum Knabbern, so dass geschluckt wird. Dann gibt’s auch kein Ohren Weh J
  • Im Auto: Plant PAUSEN oder zumindest nicht so lange Strecken am Stück! Das hatten wir total unterschätzt. Die Zwerge können zwar aus dem Fenster schauen und vielleicht ein Buch lesen oder ähnliches, aber es wird dann doch bald fad. Nehmt Euch einfach nicht zu viel vor, das entschleunigt und entstresst die ganze Familie. Oder ihr nutzt die Schlafphasen um Strecke zu machen, das hat bei uns immer gut funktioniert. Für Spuckkinder solltet ihr Vomex oder ähnliches dabei haben.

    Vor Ort

  • Essen: Ihr kauft zu Hause immer Bio? Ihr ernährt Euch immer gesund? Euer Kind hat bis dato noch keinen oder kaum Kontakt zu Zucker, Salz und Fertiggerichten gehabt? Naja, verabschiedet Euch wenigstens für den Urlaub von diesem Gedanken und nehmt Euch dadurch eine ganze Menge Stress. In Restaurants oder am Hotelbuffet findet sich meist was passendes auf der Karte wo die Kinder bei Euch mitessen können, aber wenn ihr Selbstversorger seid, ist es nicht in jedem Land einfach die passenden Lebensmittel zu finden, auch in den USA nicht. In diesem Urlaub war unsere Maus bzw. ihr Umfeld nicht zu stoppen. Ja, unsere Tochter hat viel zu oft Pommes mit Ketchup gekriegt und auch das Stück Schokolade dass ihr ein Amerikaner geschenkt hat durfte sie genüsslich verspeisen. Das anfängliche schlechte Gewissen habe ich abgelegt. Wir waren im Urlaub und zu Hause ist es jetzt wieder anders und so hat es dann auch gut geklappt.
    Als Elli noch kleiner war (unter 14 Monate), sind wir übrigens meist auf Brot, Obst und Nudeln/Reis ausgewichen. Das gibt es fast überall und war uns am sichersten. Wasser haben wir immer in Flaschen gekauft.
  • Schlafen: Jetlag ist für die Mäuse noch anstrengender als für uns. Rechnet einfach mit 1-2 Tagen Quängelei oder je nach Zeitunterschied mit nächtlichen Spielsessions und Küchentreffen. Ein Schlafsack hat sich vor Ort immer bewährt.
  • Sightseeing: Unsere Maus hat erstaunlich gut durchgehalten, auch wenn wir einige Canyon Touren, Wanderungen, Museen Besuche gemacht haben. Überlegt Euch vorher ob ihr ggf. eine kleine Suchjagd mit einfachen Mitteln veranstalten könnt. Man glaubt gar nicht, wie weit die Zwerge schon laufen können und wollen. ABER plant auch Tage mit Spiel und Spaß die ihr nur den Zwergen widmet, sie werden es Euch mit irren Entwicklungsfortschritten und ruhigen Nächten danken J.
  • Noch ein Tipp zum Schluss auch wenn obige Liste sicherlich noch nicht Vollständig ist: Die Haut muss sich an Sonnencreme gewöhnen, also schmiert ruhig einige Zeit vorher die Kids schon mal ein. Dann könnt ihr sicher sein, dass sie die ausgewählte Creme auch vertragen und keine unschönen Überraschungen auf Euch warten.Und jetzt wünsche ich Euch allen einen traumhaften Sommer, wo auch immer ihr ihn dieses Jahr verbringt. Habt Spaß, genießt es und entspannt auch selber Mal!

    Eure Annett

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