Einschlafen leicht gemacht – was steckt dahinter?

Seit einiger Zeit liest man immer wieder von diesem Wunderbuch – “Das Kaninchen, das so gerne einschlafen will: eine etwas andere Gutenachtgeschichte”. Angeblich soll es jedes Kind dazu bringen gut einzuschlafen. Auch die, denen das normalerweise schwerer fällt. Solche Versprechungen machen natürlich neugierig und so haben auch wir dieses Buch besorgt und uns genauer angesehen. Die Geschichte ist wirklich nett. Doch was steckt hinter all dem vermeintlichen Zauber?

Um dem auf den Grund zu gehen, haben wir einen Experten dazu befragt. Dr. Markus Pichlmair ist NLP Lehrtrainer und hat sich das Buch genauer angesehen. Vielen Dank an ihn!

Was er dazu sagt, könnt ihr hier lesen:

“Dieses Buch ist nicht umsonst ein Welterfolg. Carl-Johan Forssén Ehrlin erzählt in „Das kleine Kaninchen, das so gerne einschlafen möchte“ eine Geschichte, die Kindern beim Einschlafen hilft. Er kombiniert darin geniale Metaphernarbeit mit Elementen aus dem Bereich NLP, Hypnose, Muskelentspannung und Autogenem Training. Diese Geschichte verwendet sozusagen die besten Entspannungsansätze aus der Psychologie und führt damit früher oder später in einen entspannten Schlafzustand.

Das Kaninchen Konrad möchte gerne einschlafen und lässt sich von seiner Mama, der Schnecke, der Eule und dem Sandmann helfen. Ihr Kind wird sich gerne mit Konrad identifizieren. Jede Unterstützung, die Konrad im Laufe der Geschichte in Anspruch nimmt, wird somit gleichzeitig Ihrem Kind zu Teil. Dies führt zu größerer Entspannung und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind einschläft. Aus psychologischer Sicht handelt es sich um eine geschachtelte Metapher (=Geschichte), die in vier Schichten aufgebaut ist und mit jeder Schicht in einen tieferen Trancezustand führt:

Die erste Schicht besteht aus einem Gespräch mit der Hasenmutter, in welches viele hypnotische Muster und Suggestionen für tiefen Schlaf eingebettet sind. Sie können einige davon leicht erkennen: Sie brauchen nur die Wörter „tiefer“, „müde“ oder „schläfrig“ zählen. Ihr Kind muss, um der Geschichte folgen zu können, sich müde und schläfrige Zustände vorstellen können und jede Vorstellung führt weiter selbst in den Zustand. Das ist ein einfaches hypnotisches Prinzip.

In der zweiten Schicht führt die Schnecke das Konzept der Langsamkeit ein und suggeriert selbiges. Auch hier gilt, Ihr Kind muss in der Lage sein, sich Langsamkeit vorzustellen und wird dadurch selbst langsamer.

In der dritten Schicht führt die Eule mit Kaninchen Konrad und somit auch mit Ihrem Kind eine vereinfachte Version des Autogenen Trainings durch. In der vierten Schicht arbeitet Onkel Sandmann mit Visualisierungsübungen und wiederum mit hypnotischen Mustern.

Aus Erfahrung weiß ich, dass einige Eltern oft Bedenken haben, Trancen und hypnotische Muster anzuwenden, wie sie im NLP und in der Hypnose vorkommen. In diesem Fall kann ich sehr beruhigen. Trancen und hypnotische Zustände sind natürliche Wahrnehmungszustände. Schlaf ist übrigens einer der tiefsten Trancezustände und man weiß, wie gesund ein guter Schlaf sein kann. Ich verrate gerne noch ein Geheimnis: Jede Phantasie, jede gute Geschichte und jeder gute Film lebt davon, das Publikum in eine möglichst gute Trance zu führen. Ich empfehle übrigens aus dem Vorlesen der Geschichte ein kleines Ritual zu machen und dies auch zu tun, wenn das Kind schon müde ist, damit wird das Vorlesen der Geschichte schon eine große Suggestion der Müdigkeit…”

Dr. Markus Pichlmair ist NLP Lehrtrainer, EAIC Lehrcoach und betreibt eine eigene psychotherapeutische Praxis in Wien (www.nlp4all.at)



Hinterlasse einen Kommentar