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Karfiol-Bagels, glutenfreie Köstlichkeiten

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Ich bin am Land aufgewachsen, inmitten von Bauern, mit einem Fleischhauer als Papa und wenig Geld in der Haushaltskasse. Diese Umstände führten dazu, dass alles gegessen bzw verwertet wurde. Heute ist das wieder „in“, in meiner Kindheit war das selbstverständlich. Brot hat meine Mama ebenso selbst gemacht wie Marmelade oder Verdünnungssaft. Auch Wurst wurde bei uns selbst hergestellt, ich hab das schon mal erzählt. Wir waren gemeinsam auf Bauernhöfen und haben beim „heuen“ geholfen. Dafür gab es Produkte, die am Bauernhof hergestellt wurden oder Obst. Wie meine Mama das alles neben zwei Kleinkindern geschafft hat, frage ich mich heute, wo ich selbst zwei kleine Mädchen habe, nahezu täglich. Worauf ich aber eigentlich raus will – ich kann mich an keine einzige Person erinnern, die irgendeine Unverträglichkeit gehabt hat. Jeder hatte seine Vorlieben oder Abneigungen, aber das Wort Unverträglichkeit im Zusammenhang mit Essen kannte ich bis vor einigen Jahren nicht.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Vor ein paar Jahren hatten wir Gäste zum Abendessen. Eine davon hatte eine Laktoseunverträglichkeit und lieferte zur Zusage noch eine lange Liste mit anderen Lebensmitteln, die zu großem Unwohlsein führen würden. Dunkel erinnere ich mich an Knoblauch, Eier, Nüsse und Obst. Um das ganze ein wenig spannender zu gestalten, war die zweite Dame des Abends Veganerin mit Glutenunverträglichkeit. Wooohoooo – Volltreffer! Ich habe mich sehr lange mit dem Menü beschäftigt und bin heute noch dankbar für diesen Besuch. Nicht nur, weil es ein wirklich netter Abend geworden ist, sondern auch, weil ich unheimlich viel gelernt habe. Darüber wie man ersetzen kann, was man ersetzen kann, wie man anders kochen kann. Danke euch beiden!

In unserer Familie hat bisher niemand eine bekannte Unverträglichkeit. Laktoseunverträglichkeit ist gefolgt von Fruktoseunverträglichkeit am häufigsten verbreitet. Es handelt sich hierbei um Intoleranzen. Zöliakie, also Glutenunverträglichkeit ist eine Krankheit bei der ein Bestandteil des Gluten (Klebereiweiß in vielen Getreidesorten) eine immunologische Reaktion in der Dünndarmschleimhaut auslöst, die zu einer Schädigung dieser führt. Die Entzündungen der Dünndarmschleimhaut können im Laufe der Zeit zu einer Rückbildung der Darmzotten führen, was wiederum zu einer starken Verminderung der Aufnahmefähigkeit von Nährstoffen führen kann. Die einhergehenden Beschwerden sind sehr vielfältig und reichen von Verdauungsstörungen über Müdigkeit und Leistungabfall bis zur Mangelernährung. Heute sind 5-10 von 1000 Personen betroffen und leiden unter der Zöliakie. Zumeist wird die Krankheit erst im Erwachsenenalter festgestellt. Oft wird sie auch gar nicht bemerkt, weil die Symptome einem so alltäglich vorkommen. Bei Kindern kann es in einzelnen Fällen durch die Mangelernährung sogar zu Entwicklungsverzögerungen kommen.

Nun ist Gluten aber in nahezu allen Getreidesorten vorhanden. Die Liste ist lange: Weizen, Roggen, Hafer und Gerste. Außerdem auch Kreuzungen und alte Sorten wie Dinkel, Grünkorn, Kamut, Urkorn, Bulgur und einige mehr. Überlegt mal. Alleine, wenn ich daran denke, wie gerne wir Nudeln essen. Oder Kuchen. Heute gibt es dennoch sehr viele Möglichkeiten ohne Gluten auszukommen. Bei Brot finde ich persönlich es am schwierigsten, aber auch das geht. Zum Beispiel gibt es hier bei www.individualisten.at ein sehr leckeres Rezept. Und ich erinnere mich an die unglaublichen Schokotörtchen von Eva, die ebenfalls glutenfrei sind – einfach köstlich! Auch ich wünsche mir für mich und meine Lieben eine noch gesündere ausgewogenere Ernährung und möchte daher vor allem unseren Weizenkonsum etwas einschränken. Ausgewogen bedeutet nun mal, dass nicht ein Nahrungsmittel allzu häufig vorkommt. Das hat mich dazu inspiriert ein Rezept zu probieren, das ich bei einer Freundin kosten durfte. Ich habe es für uns etwas abgewandelt und möchte es hier gerne mit euch teilen:

Karfiol-Bagels mit Avocado, Tomaten & Schinken

(Reicht je nach Größe für 4-8 Bagels)

1 Karfiol/Blumenkohl

3 EL Mandelmehl

1 EL Kokosmehl

2-3 glückliche Eier

1 EL Mohn

1 EL Sesam

3 Knoblauchzehen fein gehackt

Frischkäse

Schinken nach Wahl (optional)

1 Avocado

Tomaten

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Karfiolröschen waschen und im Foodprocessor zu Reis verarbeiten. In einer Schüssel wird der Karfiolreis nun mit dem Mehl und den Eiern vermischt. Versucht erst mal 2 Eier und seht wie gut die Masse zusammenhält, sonst noch das dritte Ei hinzufügen. Ein paar Minuten ziehen lassen. Währenddessen für das Topping in einer anderen Schüssel Mohn, Sesam und fein gehackten Knoblauch vermischen. Nun aus der Masse Kugeln – Größe wie gewünscht – formen und flacher drücken. Wenn ihr 4 Stück macht, wird sich daraus eher die Normalgröße eines Bagels ergeben, bei 8 Stück sind sie eher klein. Mit einem Kochlöffelstiel ein Loch in die Mitte setzen. Am Ende soll es wie ein Bagel aussehen. 😉 Mit dem Topping bestreuen und leicht in die Oberfläche drücken.

Die Bagel auf ein Blech mit Backpapier legen und für 15-20 Minuten backen. Die Backzeit variiert je nach Größe der Bagels und Ofen. Um die Bagels außen etwas krosser zu bekommen, habe ich am Ende der Backzeit noch 3-5 Minuten mit der Grillfunktion und auf dem Ofenrost liegend, angefügt. Nach dem backen ein wenig auskühlen lassen.

Die Bagels mit einem scharfen Messer durchschneiden, mit Frischkäse bestreichen und mit Avocado- und Tomatenscheiben sowie Schinken – wer mag – belegen.

Wir essen die köstlichen kleinen Sandwiches gerne zur Jause am Nachmittag oder auch mal als Abendessen. Guten Appetit!

Gutes Gelingen und viel Freude

eure Junika-Mama Manu

 



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