Linzerschnitte: Ein Stückchen Kindheit (zuckerarme Variante)

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Linzertorte oder Linzerschnitte ist für mich ein Stück Kindheit. Keine Ahnung warum, denn ich komme aus der Steiermark und nicht aus Oberösterreich. Dennoch versetzt mich der Duft und der Geschmack dieses Gebäcks sofort zurück an den Tisch meiner Oma, wo es so oft die leckersten Bäckereien gab. Natürlich war auch die Marmelade selbst gemacht, das versteht sich von selbst.

Ein Löffelchen Gewürznelken, ein Löffelchen Zimt …

Es ist wahrscheinlich diese Kombination aus Gewürznelken und Zimt, die mich so verrückt macht nach dieser Linzerschnitte. Der Geruch von Duftnelken hat sich in mein Gehirn gebrannt und wird für mich für alle Zeiten für meine heimische Küche stehen. Gewürznelken wurden dort nämlich ziemlich oft eingesetzt. Nicht nur für Süßspeisen wie Lebkuchen oder Punsch für die kalte Jahreszeit, sondern bspw. auch für den Reis. Eine mit Gewürznelken gespickte Zwiebel veredelte jeden Reis bei uns daheim und verwandelte ihn in eine duftende Ladung weißer Körnchen. Erst lange nach meinem Auszug von zu Hause wurde mir klar, dass dies nicht die einzige Möglichkeit ist, Reis zuzubereiten ….

Gewürznelken sind übrigens auch richtig gesund. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sie  einen hohen Gehalt an Phenolverbindungen aufweisen, die antioxidative, entzündungs- und gerinnungshemmende Eigenschaften besitzen. Aber nicht nur das – sie sind auch ein altbewährter Mundgeruchkiller. Die antibakteriellen Wirkstoffe der Gewürznelke reduzieren die geruchsbildenden Fäulnisbakterien im Mund deutlich und tragen so zu einem besseren Atem bei.

Die original Linzerschnitte mit Preiselbeer- oder Johannisbeermarmelade?

Darüber scheiden sich die Geister, auch wenn in den meisten (älteren) Rezepten Preiselbeergelee bzw. Marmelade für die Füllung angegeben ist. Dennoch finden sich mindestens ebenso viele Verfechter für die Johannisbeer-Variante. Und wisst ihr was? Es schmeckt beides einfach vorzüglich und sollte nicht Gegenstand unnützer Diskussionen werden. Was beliebt, ist auch erlaubt.

Und weil heute die Wolken tief den Himmel verhängen und so manche Träne verdrücken, haben wir Lust auf ein wärmendes Stück Linzerschnitte, das die Wohnung in diesen tröstlichen Duft einhüllt und versöhnlich stimmt …

Eure Junika Mama, Eva

Linzerschnitte (Rezept für eine klassische Tarteform)

200 g Butter
330 g Mehl (ich verwende Dinkelkuchenmehl, geht aber auch mit glattem Weizenmehl)
100 g Staubzucker (im Rezept meiner Oma sind 200g angegeben, aber uns reicht die Hälfte)
130g Haselnüsse, gerieben
2 glückliche Bio-Eier
 1/2 Tl geriebenes Nelkenpulver
1 Tl Zimt
etwas Abrieb einer glücklichen Zitrone
10g Backpulver
Ribisel- oder Johannisbeermarmelade (gerne viel, wir nehmen fast ein kleines Glas!)
optional gehackte Mandeln oder Mandelblättchen
Bis auf die Marmelade und die Mandeln alles zu einem Teig verrühren, zwischen Klarsichtfolie legen und etwas auswalken. Dann lässt es sich später – nach der Kühlung – leichter weiter ausrollen. Gut verpacken und mindestens 2 Stunden kühlen. Dann auf ca. 2 – 3 cm ausrollen. Zwei Drittel des Teiges in die Tarteform legen und mit der Marmelade befüllen. Den restlichen Teig zu kleinen Rollen formen und die Tarte mit einem Gitter belegen. Bei 180 Grad etwa 30 – 40 Minuten backen.


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