Schokotörtchen – einfach nur Bombe! (vegan, glutenfrei, zuckerfrei)

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In den letzten Wochen hat mich das Schokoladen-Thema nicht mehr losgelassen. Ich war immer schon eine Bäckerin. Und eine Süße. Das ist meine Leidenschaft und mein großes Laster zugleich. Seit ich angefangen habe mich dem Thema “Zucker” etwas anders zu nähern, habe ich so manches, durchaus kritisches, Zwie-Gespräch mit mir selbst geführt. Und es sind mir auch viele Meinungen außerhalb meines Kopf-Kinos begegnet. “Ist ja alles nur ein Trend!” “Geh bitte, das bisschen Zucker hat uns auch nicht ins Grab gebracht…” “Was die Leute zuviel Geld haben …” und “Immer diese Bobo-Frauen”.

Ist die Zuckerdebatte nur was für Gelangweilte?

Es scheint sich zumindest zu einem viel diskutierten Thema zu entwickeln. Und es gibt in der Tat verschiedene Standpunkte, die ich nachvollziehen kann. Zucker ist allgegenwärtig. Er ist im Semmerl, das zum feinen Gulasch herrlich knusprig und zart schmeckt und wie nichts vergleichbares den molligen Saft aufnehmen kann. Er ist in der Wurst, die zur Jause bei Oma auch mal auf den Tisch kommt. Und er ist auch in jedem Fruchtjoghurt dieser Erde (Dieser Umstand hat mich übrigens dazu gebracht völlig auf jedes Fruchtjoghurt zu verzichten, da ich überzeugt bin, dass 14g Zucker auf 100g Joguhrt nicht nur nicht notwendig, sondern eine Frechheit sind). Und ja, Er ist zu Hauf in jedem Kinder-Keks, das uns die Industrie als “geeignet” verkaufen will und legt dabei noch etwas Zucker für die Kinder drauf.
Und all das hab ich schon immer gewusst. Vieles aber dann doch nicht. Und manches hat mir sogar die Schuhe ausgezogen.

Eine Gesellschaft im (Zucker-)Rausch

15% der Kinder sind heute übergewichtig. Im Vergleich zu den 80er und 90er Jahren ist der Anteil übergewichtiger Kinder damit um 50 Prozent gestiegen. Woher kommt das? Einerseits trägt die Industrie dazu bei, dass die Kinder von heute durch Quengelzonen und marktschreierische Werbung magisch angezogen werden. Bis heute gibt es keinerlei gesetzliche Regulierung der Marketing-Kommunikation mit Kindern. Nährwertangaben werden zusätzlich verschleiert, versteckte Zucker- und Fette unkenntlich gemacht. Auch für interessierte Erwachsene ein kaum durchschaubares Wirr-Warr. Eine Marktcheck hat ergeben, dass fast drei Viertel von 1.514 getesteten Kinderprodukten (73,3 Prozent) nach aid-Kriterien in die „rote“ Kategorie der „süßen und fettigen Snacks“ fallen – von ihnen sollten Kinder täglich nicht mehr als eine Hand voll essen. Und viele der Bomben tarnen sich dabei frech als “wertvoll”, so fallen bspw 100% der Kellog’s-Frühstücks-Cerealien in die rote Kategorie (mehr Infos dazu hier). Andererseits obliegt die Verantwortung der Ernährung den Eltern. Den Verwandten. Den Erziehungsbeauftragten, schlicht: Den Erwachsenen. Und diese müssen ihre Verantwortung auch wahrnehmen.

Bei rot bleib stehen, bei Grün kannst gehen

So wie sich der Straßenverkehr in den letzten 30 Jahren dramatisch geändert hat, hat sich auch die Lebensmittel-Industrie verändert. Und es braucht Regeln, da wie dort, um Kollisionen zu verhindern. Und dieses System entsteht nicht von heute auf morgen. Voraussetzung ist die Bereitschaft zur Auseinandersetzung, um seinen Weg zu finden. So wie “rechts-und-links-schauen bevor man eine Straße quert” zu den Dingen gehört, die wir unseren Kindern beibringen. So ist auch Ernährung ein System, in dem man sich zurecht finden muss, bevor man Abkürzungen nehmen kann. Offenheit und Neugierde sind hier sicherlich hilfreiche Wegweiser. Und das Regelwerk nicht zum Selbstzweck zu erheben, sondern als Richtschnur zur Orientierung zu leben, ist ein Vorhaben, das ich persönlich als meine Verpflichtung sehe. Denn nichts lehrt und prägt mehr, als ein gutes Vorbild. (Nicht wahr, Oma?)

Eure Junika Mama, Eva

PS: Und jetzt gibt es ein himmlisches, schokoladiges, saftiges, beeriges, nussiges, süßes Vergnügen: Schokotörtchen für alle!

Zutaten Teig (für eine Kuchenform 26 cm Durchmesser)
2 EL Chia Samen + 6 El Wasser (mischen und 10 Minuten quellen lassen) = Ersatz für 2 Eier
125g Mandelmilch
1/2 Tl Apfelessig (oder Zitrone)
80g Reissirup
40g Kokosblütenzucker
60g Kokosöl
230g Apfelmus, ungesüßt
60g Mandeln, gemahlen (optional Erdmandeln bei Nussallergie)
etwas Tonka-Bohnen Abrieb (optional Mark einer Vanilleschote)
100g glutenfreies Mehl
1 1/2 Tl Weinstein-Backpulver
60g Kakao, ungesüßt (am besten schwach entölt)
25g Hafermark (optional gemahlene Hirseflocken als glutenfreier Ersatz)

Zunächst die Chia-Eier mit der Mandelmilch, dem Essig, dem Sirup, dem Kokosblütenzucker mixen.Nach und nach das Öl und das Apfelmus sowie etwas Abrieb der Tonka Bohne zufügen. Das Backpulver mit dem Mehl versieben und zu den nassen Zutaten geben. Zum Schluss das Hafermark dazu rühren. Alles in eine gefettete Kuchenform füllen und etwa 50 Min bei 170 Grad Ober-Unterhitze backen (Stäbchen-Probe machen). Überkühlen lassen.

Zutaten Füllung/Glasur
60g Mandelmilch
60g Kokosöl
100g zuckerfreie Schokolade, zartbitter (bspw von Birkengold)
eine handvoll geröstete Mandeln oder Haselnüsse (optional, wenn keine Nussallergie)

Blaubeeren zur Dekoration

Die Mandelmilch erhitzen und die Schokolade langsam darin schmelzen. Das Kokosöl zufügen. Überkühlen lassen und den Kuchen damit füllen bzw einstreichen. Geschmacklich passen dazu reife, suße Blaubeeren, die den Schokoladengeschmack fruchtig ergänzen.
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Kommentare

  1. Krisi von Excusemebut...

    Wow das Törtchen sieht herrlich aus!!Das mit dem Zucker, aber auch Fett, ist wirklich so ne Sache…Obwohl schlussendlich das letzte Handeln in den Eltern liegt, so finde ich es dennoch sollte es mehr gesetzliche Regulierungen geben…Den schlussendlich werden immer mehr unerfahrenen Jugendliche Erwaschsenen und das gibt einen nicht so guten Kreislauf!…
    Noch eine Frage..:Was ist ist den Hafermark? Ich kenne Haferflocken, Hafermehl, Haferkorn…aber Hafermark?=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    1. Author
      Junika

      Liebe Krisi, Hafermark sind ganz fein gemahlene Haferflocken, aber vielleicht ist das einfach ein österreichischer Begriff? Bei uns bekommst Du sie bspw von Spar oder Hofer in Bio-Qualität. Alles Liebe, Junika Mama Eva

  2. Lilli

    Hallo!

    Das Rezept klingt ja mega lecker … aber kannst du/könnt ihr mir sagen wo ich Reissirup und Kokosblütenzucker in Österreich bekomme? Über Tipps bin ich dankbar, dann kann ich bald mal backen … 🙂

    Lg Lilli

    1. Author
      Junika

      Liebe Lilli, wir kaufen Reissirup wie Kokosblütenzucker bspw bei Denns – dem Bio-Supermarkt. Der Kokosblütenzucker ist empfindlich teuer, aber man kommt bei den Mengen auch wirklich sehr lange damit aus! Gutes Gelingen und alles Liebe, Junika Mama Eva

  3. Anja

    Liebe Junika!
    Nach langem Suchen bin ich endlich auf dein Rezept gestoßen. Er scheint mir perfekt für den 1. Geburtstag meiner Tochter,damit sie auch ein kleines Stückchen davon essen kann. Habe eben alle Zutaten besorgt.
    Ich habe allerdings eine Frage: Was meinst du mit Füllung? Der Kuchen hat ja kein Loch.Oder ist das nur die Glasur sozusagen? Bin leider etwas schwer von Begriff.
    LG Anja

    1. Author
      Junika

      Liebe Anja, entschuldige bitte, da habe ich mich mißverständlich ausgedrückt – tatsächlich hat meine Mini-Kuchenform ein Loch in der Mitte, um eine Füllung hinein zu geben. Die gab es vor kurzem beim Tchibo gegeben und da habe ich zugeschlagen. Aber Du könntest auch den Kuchen in der Mitte auseinander schneiden und die Creme daziwschen füllen … gutes Gelingen und alles Liebe, Junika Mama Eva

  4. Judith

    Hallo!

    Das Rezept klingt klasse! Ich möchte es gerne backen, bin mir jetzt aber nicht sicher, ob eine 26cm nicht doch zu groß für die Mengen ist. Auf den Bildern sieht der Kuchen kleiner aus, oder?

    Liebe Grüße, Judith

    1. Author
      Junika

      Liebe Judith, deine Augen trügen Dich nicht. Ich habe die Törtchen tatsächlich in kleinen Förmchen gemacht, aber die Masse für eine große Form berechnet. Dann wird sie einfach nicht so hoch, bin aber sicher, dass es auch gut klappt. Gutes Gelingen! Alles Liebe, Junika Mama Eva

  5. Julia

    Hallo! Möchte diesen Kuchen zum 1. Geburtstag meiner Tochter machen. Nun hab ich bei uns aber nur den Kokosblütensirup bekommen. Geht das auch mit dem? Anstatt Hirseflocken gemahlen gabs nur Hirseflockenmehl…

    Liebe Grüße, Julia

    1. Author
      Junika

      Liebe Julia, die Konsistenz wird wahrscheinlich ein bisschen eine andere, da sich Kristalle ja etwas anders verhalten, als Flüssiges, aber im Grunde spricht nichts dagegen. Kannst Du vielleicht eine kleine Menge vorher ausprobieren als Muffins oder so bevor Du die Torte bäckst? Alles Liebe & bitte berichte uns, wie es Dir ergangen ist 🙂

  6. Julia

    Liebe Junika Mama! Die Test-Torte ist soweit geglückt trotz Kokosblütensirup und Hirsemehl ? Leider hat meine Maus jetzt eine Phase wo sie gar nicht auf Süßes steht und dem Papa wäre etwas “trockeneres bzw krümeligeres” lieber gewesen. Also habe ich genüsslich die herrliche Torte alleine verdrückt ?

  7. alexandra

    hallo!was für eine schöne website und was für ein schönes thema. wir sind ein kochbegeisterterter (tlw.beruflich bedingt) haushalt von exilösterreichern in berlin und unser sohn beginnt gerade mit essen. ich habe gesehen dass du industriellen zucker so gut wie nie verwendest, zuckersubstitute die chemisch gesehen aber nur minimal unterschiedlich sind, sehr wohl? was steht dahinter? sollte man nicht auch darauf verzichten? sind diese ersatz süssungsstoffe für die kleinsten denn in ordnung?

    lieeeebe grüsse!

    1. Author
      Junika

      Hallo ihr Lieben! Wir haben für unsere Kleinen in erster Linie wenig Zucker verwendet. Zu den Ersatzstoffen haben wir gegriffen, weil diese den Zuckerspiegel nicht in dem Maße in die Höhe treiben wie das industrieller Zucker tut. Aber Birkenzucker etwa ist für die ganz Kleinen nur in sehr kleinen Mengen zu empfehlen, da er abführend wirken kann. Doch gerade seine zusätzliche Eigenschaft keine Nahrung für Kariesbakterien darzustellen, finde ich ziemlich positiv. Unsere Kinder schätzen die natürliche Süße von Früchten und wissen eine saftig-süße Erdbeere meist mehr zu schätzen als ein Stück Kuchen. Was für die jeweilige Familie passt, wie man mit Zucker umgehen möchte, muss wohl jeder selbst entscheiden. Wir teilen immer nur unsere Erfahrungen!

      Alles Liebe ins Exil,
      Eure Junika-Mama Manu

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