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Stachelbeerkuchen: Von sauer bis lustig

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Als Annika noch ein Baby war und wir blw praktizierten, hatte ich insgeheim die Vision oder vielmehr die Hoffnung, dass wir eines Tages gemeinsam in der Küche stehen werden. Wir Gerichte zubereiten, die Zutaten riechen, schmecken, kosten und kochen. Neues entdecken und altes wiederbeleben. Meine Leidernschaft fürs Kulinarische war immer schon groß. Genährt aus der tiefen Zuneigung für Backwaren aller Art. Bereits als kleines Mädchen wohnte mir der Wunsch inne, selbst kleine Köstlichkeiten zu zubereiten, die zu genießen mir soviel Freude machte. Und wie es zu erwarten war, wurde ich größer. Und meine Leidenschaft wuchs mit. Gleichermaßen meine Fähigkeiten, meine Einsichten und Fertigkeiten. Die Küche spendete mir Trost wie Freude. Bis heute. Wenn ich in der Küche arbeite, kann ich abschalten und mein Gedankenkarussel zum Stillstand bringen, die Stimmen in meinem Kopf verstummen lassen. Das kommt von ganz alleine. Wenn ich in der Küche bin, bin ich nur. Einfach da.

Über die Weitergabe des Feuers.

Auch wenn das Original-Zitat etwas anders lautet, bringt es meine Intention auf den Punkt: Ich kann nunmal meine Leidenschaft niemanden anderen überstülpen. Könnte ich, wäre ich zugegeben versucht, es zu tun. Liebe Freunde, sogar die besten darunter, schütteln mitunter den Kopf, wenn ich bei 36 Grad Außentemperatur unbedingt noch etwas Ausprobieren möchte. Etwas das nunmal eine Ofentemperatur von 220 Grad erfordert. Aber es wären nicht meine Freunde, wenn sie das nicht tolerieren würden. Auch wenn ich weiß, dass sie dies aus reiner Zuneigung tun. Mir zu liebe. Und das weiß ich zu schätzen, denn ich glaube, dass eine der Grundfesten von Freundschaft das Bestreben ist, den anderen anzunehmen und zu sehen wie er ist. Wer ein paar davon in seinem Leben hat, darf sich glücklich schätzen. Nichts desto trotz bleibt es Toleranz,  das duldsame Gewähren.

Für Annika wünsche ich mir, dass sie davon sehrwohl etwas  mitnimmt. Vielleicht nicht dieselbe Leidenschaft fürs kochen. Dafür weiß ich zu genau, dass der Tag kommen mag, an dem die Abgrenzung ihre Strahlkraft entwickelt. Aber vielleicht die Leidenschaft an sich. Ein Interesse zu nähren, es wach und lebendig zu halten. Über schmunzelnde und stirnrunzelnde Mitmenschen hinweg. Sie ihr Element findet, das sie abschalten und sie selbst sein lässt. Das erhoffe ich mir, wenn ich weiterhin meiner Leidenschaft folge.

Stachelbeerkuchen: Von sauer bis lustig

So kommt es nun, dass ich Sonntag Nachmittag über einem Haufen saurer Stachelbeeren sitze und in mir der Wunsch keimt zu backen. Und dieses Mal hatte ich gleich doppeltes Glück. Denn das Wetter hielt, was die Meterologen versprochen hatten, nämlich hitzefrei mit Regen. Und zum zweiten jubelte mich Annika an, als ich ihr vorschlug, doch gemeinsam zu backen. Und so wurde aus diesem verregneten Sonntag ein herrlich sauer-lustiger Backnachmittag voller Stachelbeeren und der Hoffnung, dass vielleicht und nur vielleicht, doch etwas von meiner Leidenschaft in meiner Tochter keimt.

Eure Junika Mama Eva

Zutaten Stachelbeerkuchen

150 gr Birkenzucker oder Süßungsmittel eurer Wahl
200 gr Sauerrahm
2 Eier
200 gr Mehl
1 1/2 Teelöffel Backpulver
Stachelbeeren, nach Geschmack

Die Eier und den Zucker schaumig schlagen, den Sauerrahm unterrühren und zum Schluß das Mehl-Backpulver Gemisch unterrühren. Dann die gewaschenen Stachelbeeren untermischen. In eine gebutterte Form gießen und bei 180 Grad etwa 30-40 Min goldbraun backen. Wir haben 3 kleinere Backformen verwendet, da hat sich die Backzeit auf 25 Min. verkürzt.

 



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