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Zuckerarmer Striezel zu Allerheiligen

Ich komme aus der Steiermark und Allerheiligen war bei uns immer eine große Sache. Einerseits weil Mama schon Wochen vorher in einer Gärtnerei gearbeitet und diverse Gestecke gebunden hat. Wir durften oft mit und uns ebenfalls künstlerisch verwirklichen. Andererseits weil wir zu Allerheiligen immer gemeinsam zum Friedhof gefahren sind, um die Gräber zu schmücken und zu beten. Wie wohl für die meisten Kinder damals war es nicht der Friedhofsbesuch auf den wir sehnsüchtig warteten. Nein! Vor der Kirche stand alljährlich um diese Zeit ein Maronibrater und jede von uns bekam ein Stanitzel mit genau 9 Maronis. Heute mag das eine Alltäglichkeit sein, doch für uns war das etwas ganz besonderes.

Brauchtum

Was mich auch sehr an Allerheiligen erinnert, sind die Striezel. Man bekam je einen traditionell von dem oder der Taufpatin. Meist gab es ein kleines Geschenk dazu. Um ehrlich zu sein, musste ich selbst nachlesen was es mit diesem Brauch auf sich hat. Wikipedia sagt:“Der Brauch hat seine Wurzeln in antiken Trauerkulten, als man sich die geflochtenen Haare abschnitt, um seine Trauer auszudrücken.Im 19. Jahrhundert wurden nach der Darstellung Peter Roseggers die Armen mit dem Allerheiligenstriezel beschenkt. Für die Paten- und Firmkinder, die in unbegüterten Verhältnissen auf dem Land aufwuchsen, bedeutete das Geschenk einen „Ausgleich zu den üblichen Tagen des Darbens und Sparens“.

Heuer habe ich mit meiner kleinen Juni Striezel gebacken. Die Wohnung duftete herrlich und meine kleine Bäckerin war mit Feuereifer dabei.

Hier ist das Rezept:

500 g Dinkelkuchenmehl

30 g frischen Germ

60 g Butter

220 ml Milch

2 EL Kokosblütenzucker

1 Prise Salz

1 TL geriebene Schale einer unbehandelten Zitrone

Mark 1 Vanilleschote

3 Eidotter

1 verquirltes Ei zum Bestreichen

1 Handvoll Rosinen optional

Ca. 50-60 ml Milch erwärmen, 1 EL Kokosblütenzucker darin verrühren, Germ hinein bröseln und noch 1 EL des Dinkelkuchenmehls darunter rühren. Zugedeckt gehen lassen bis sich das „Dampfl“ verdoppelt hat.

Die restliche Milch mit 1 EL Kokosblütenzucker und der Butter vorsichtig erwärmen. Mehl, Dotter, Zitronenschale, Vanillemark und Salz vermengen und mit dem Milch-Butter-Gemisch zu Teig kneten. Ich mache das in der Maschine. Nun kommt das aufgegangene Dampfl dazu. Weiter zu einem glatten Teig kneten. Wer mag, kann jetzt noch die Rosinen unterrühren. Der Teig sollte zäh, aber schön weich sein und sich gut von der Schüssel lösen.

Auf einem bemehlten Holzbrett knete ich den Teig nun noch per Hand bis er sich seidig-weich anfühlt. Dann wird er zugedeckt und darf 20 Minuten rasten. Nach dieser ersten Ruhezeit, knete ich den Teig wieder durch. Wer 2 mittlere statt eines großen Striezels machen möchte, teilt den Teig nun. (Wir haben 2 kleine und 1 mittleren gebacken) Wieder gut zudecken und 30 Minuten gehen lassen.

Nach der zweiten Ruhepause werden aus den Teilen (je nachdem für wie viele Striezel man sich entschieden hat) pro Striezel 3 oder 4 Stränge geformt.  Um die bauchige Mitte zu erreichen, müssen die Stränge am Anfang und Ende dünner sein. Die Striezel flechten und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Noch einmal darf der Teig jetzt zugedeckt mit einem Tuch ruhen, 30-60 Minuten reichen.

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/ Unterhitze vorheizen. Das Ei verquirlen und die Striezel gleichmäßig damit bestreichen. Für 5 Minuten anbacken, dann die Hitze auf 160 Grad reduzieren und ca 20-30 Minuten fertig backen.

TIPP: ich stelle bei Germgebäck immer ein Gefäß mit Wasser in den Backofen, das macht saftiger.

So, das war es auch schon für diesen Fenster-Montag. Habt einen schönen Feiertag und genießt die Zeit mit euren Lieben!

Eure Junika-Mama

Manu



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