Zwetschkentarte: Angekommen im Herbst

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Wir sind (endlich) im Herbst angekommen. Das Wochenende hat uns  eine erfolgreiche Tannezapfen-Suche, viele bunte Blätter, ein Fingerprint-Waldbild und eine köstliche Zwetschkentarte gebracht. Dazu waren wir beim Tag der offenen Türe im Burgtheater Wien und haben mehreren Passanten auf dem Ring am Weg nach Hause das Herz gebrochen. Aber von Anfang an.

Ein Vormittag im Schweizergarten: Von Tannenzapfen, bunten Blättern und neuen Freunden

Der herrlich sonnig herbstliche Samstag hat uns unerwartet ganze 3 Stunden kinderfrei beschert (wie es dazu kam ist eine sehr lange und mindestens ebenso langweilige Geschichte), die wir für einen Kampf-Waschtag, einen Großeinkauf und eine unverschämt herrliche Kaffeepause genutzt haben. Gewonnen haben wir die Erkenntnis, dass wir das nächste Mal unbedingt aufs Wäsche waschen verzichten und viel mehr Kaffee trinken werden. Vorallem wenn die Sonne scheint. Ebenso (wieder)gewonnen haben wir ein fröhliches Mädchen, das vollbepackt mit Dingen, die man so auf einem Spaziergang durch den Schweizergarten findet, nach Hause kam. Die stolze Ausbeute beinhaltete viele Tannenzapfen, die sogleich der herbstlichen Wohnungs-Deko dienten. Unmengen an gelb-braunen Blättern, die fein säuberlich inklusive Kleingetier durch die Wohnung vertreut und unmittelbar von mir höchstpersönlich zusammen gefischt und in den Müllkübel gesteckt wurden. Dies konnte nur unter der Voraussetzung unbemerkt und damit ohne Wutanfall geschehen, dass auch ein neues Lieblingstier den Weg zu uns in sein neues zu Hause gefunden hatte. Ein mittelbraunes Pferd aus der Schleich-Familie, das irgendein Kind in der Sandkiste vergessen (?) hatte und damit zum Allgemein-Gut und damit zum ureigensten Eigentum meiner Tochter Annika wurde. Den Nachmittag verbrachten wir im Wiener Burgtheater und ließen uns vom Haus, den Mitarbeitern und vor allem von der tollen Bühnenshow der Technik beeindrucken. Auf dem nach Hause Weg ergatterten wir noch einen zwei knatsch-gelbe Helium-Luftballons der “langen Nacht der Museen”. Gegen jede Überredungskunst ließ sich unser Töchterlein aber nicht davon überzeugen ihn an sich oder ihrem Stofftier-Freund festzubinden und entschwand wenig später in die Lüfte. Die Trauer war groß, da konnte auch kein Reserve-Luftballon helfen, der zwar optisch völlig ident, aber bestimmt nicht über eine ähnliche Seele verfügte. Dafür waren wir für so manchen Passanten ein ergreifendes Spektakel, der eine oder andere versicherte uns sogar, dass das bitterliche Weinen um einen Luftballon das wahrscheinlich “liebste” und “bescheidenste” ist, was sie je erlebt hätten. Hm, nunja, uns klingeln noch immer die Ohren …

Am Sonntag gab es den ersten Herbst-Regen und Zwetschkentarte

Der Sonntag war dann etwas gemächlicher und wir nutzen die Regentropfen fürs Malen und backen. So haben wir auch die (wahrscheinlich) letzten Zwetschken des Jahres zu einer Tarte verarbeitet. Einer zimtigen, topfigen, Zwetschkentarte, die zwar von den Kindern (dem eigenen und denen der Freunde) in all ihre Bestandteile zerlegt wurde, um dann so gut wie unangerührt stehen gelassen zu werden, aber das machen, ja das war eine Hetz. Geschmeckt hat sie uns Großen übrigens auch sehr gut – vielleicht habt ihr ja weniger kritische Gemüter zu Hause. Wenn ja, probiert es aus. Das ursprüngliche Rezept stammt aus dem Buch “Flache Kuchen” von Inge Prader, das ich jedem nur ans Herz legen kann, ich habe es für uns etwas abgewandelt.

Eure Junika Mama, Eva

Zwetchkentarte

Boden
220g Mehl
120g kalte Butter
1-2 EL Eiswasser
20g Zucker
Ceylon Zimt nach Geschmack, wir nehmen VIEL

Fülle
100g Topfen, mager
2 El Zucker
etwas Zimt
etwas zerstoßenen rosa (oder grünen) Pfeffer
2 El geröstete, gestiftelte Mandeln

1 kg Zwetschken, geviertelt

Die Zutaten für den Boden rasch zu einem Mürbteig kneten, in Klarsichtfolie wickeln und mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Inzwischen die Zutaten für die Fülle vermengen und ebenso kühlen. Den Teig ausrollen und in eine ausgefettete und mit Grieß oder Brösel ausgestreute Form legen. Die Topfencreme verteilen, dann die Mandelstifte streuen. Zum Schluss die Zwetschken drauf legen und etwa 30 Min bei 180 Grad Umluft backen. Danach im Rohr auskühlen lassen und in ein Küchentuch gewickelt mindestens 3 Stunden rasten lassen.



Kommentare

  1. Sandra

    Liebe Eva, liebe Manu.
    Ihr habt einen ganz wundervollen Blog, dem ich sehr sehr gerne folge und die nächsten Tage durchstöbere. Meine Liste zum Nachkochen eurer tollen Rezepze hier wird gerade größer und größer 🙂
    Ich bin sehr begeistert.
    Liebe Grüße , Sandra

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